Um das Jahr 1770 wurde die Amtsvogtei gegründet. Der Vogt war der Vollzugsbeamte des Grundherren, in unserem Fall des Erz- und Fürstbischofs von Mainz. Der Vogt übte im Namen des Grundherren die Justiz- und Polizeigewalt aus über die Grundholden, d.h. die hörigen Bauern, welche den Grund und Boden zu bewirtschaften hatten.

Zur Amtsvogtei Schweinheim gehörten:
Dörrmorsbach, Dettingen, Ebersbach, Gailbach, Glattbach, Goldbach, Grünmorsbach, Haibach, Hösbach, Kleinostheim, Keilberg, Obernau, Mainaschaff, Oberbessenbach, Stockstadt, Straßbessenbach, Leider und Winzenhohl.

Wo und wann die ersten Traubenstöcke in unserem Heimatgebiet gepflanzt wurden, lässt sich nicht mehr feststellen. Fast alle Hügel entlang des Maines waren mit Reben bepflanzt. Besonders in der Gegend von Obernburg wo sich die Römer festgesetzt hatten, die allem Anschein nach den Weinbau aus Italien mitgebracht hatten, waren Weinberge bis in die Spessarttäler hinein angelegt worden.

Wenn man von Schweinheim aus die Bischbergstraße entlang geht, so kommt man zum Bischberg, der diesem Verbindungsweg zwischen Schweinheim und Obernau seinen Namen gibt.

Links und rechts des Weges liegen sauber bestellte Felder, landwirtschaftlich genutztes Gebiet, das Eigentum Schweinheimer Bürger ist. Auf halber Strecke kreuzt ein Weg der von der Unterhainstraße kommt und zum Sternberg führt. Dieser Weg trägt als alte Flurbezeichnung übrigens den Namen "Stuffelshohle".

In Schweinheim gab es früher 7 Mühlen. Die erste von unten herauf war die Eckertsmühle, die auch Anderlohrsche Mühle genannt wurde. Um 1750 trug sie den Namen "Centgrafische Mühle". Wenn wir nach Zeugen der Vergangenheit suchen, lesen wir an einem verfallenen Keller oberhalb des Weges die Jahreszahl 1569. An einem Stein des Wohnhauses 1608 HB.

Der "Erbig" (285 ü.M.) und der etwas niedrigere Nebengipfel "Sternberg" (258 m ü.M.) sind die letzten Ausläufer des Spessart vor dem Übergang in die Mainebene. Von hier aus eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf den Spessart und die Stadt Aschaffenburg. Der Blick reicht über Frankfurt hinaus in die Höhen des Taunus und in südlicher Richtung bis weit in das Maintal Richtung Miltenberg. Seit mehr als 50 Jahren grüßen drei mächtige Holzkreuze von der Höhe des "Sternberg" herab. Welche Geschichte haben die "Drei Kreuze" wie sie allgemein genannt werden?

von Lenz Maier, New York

Vun unne, ouwe, hinne vorn,
Vum Stengerts un vom Molkeborn,
Un aach en mancher Mondscheinnacht,
Hou unser Schwoije ich betracht.

Im Jahre 1931 führte der Gesellschaftsklub "Fidelio" erstmals die sogenannten "Spessarter Passionsspiele" auf. Bereits 1932 wurde die Aufführung wiederholt. Als Dank für das gute Gelingen reifte der Gedanke, ein Holzkreuz zu errichten. Nach größeren Debatten und der Zustimmung der Gemeinde Schweinheim, der das Gelände gehörte, einigte man sich schließlich auf den Platz am Fuße des Erbig.

Im Jahre 1146 kam es in Mainz zu einer großen Judenverfolgung. Die Juden flüchteten damals in die Provinz und vor allem in das nahe gelegene und ruhigere Aschaffenburg. Eine jüdische Synagoge in Aschaffenburg ist ab dem Jahre 1385 belegbar. Der Judenfriedhof tritt urkundlich erstmals im Jahre 1453 in Erscheinung. Auf Schweinheimer Gemarkung liegend, obwohl in Schweinheim selbst keine Juden wohnten, diente der Judenfriedhof als zentrale Begräbnisstätte für die Juden des Aschaffenburger Gebietes.