In loser Folge wollen wir unseren Bergen und Hügeln hier ein wenig auf den Zahn fühlen.

Nicht umsonst begann Lenz Maier, Exil-Schweinheimer in den USA, seine Zeilen über seine vormalige Heimat „Moi Schwoije“ mit dem Vers:

 

Vun unne, ouwe, hinne vorn,

Vum Stengerts un vom Molkeborn,

Un aach en mancher Mondscheinnacht,

Hou unser Schwoije ich betracht.

 

Denn wie berühmte Logenplätze am Rande anderer Gebirge bietet auch

Am 31. Mai 1934 lieh der Gesellschaftsklub "Fidelio" den vorhandenen Passionsspielfonds in Höhe von 2.200 Reichsmark in einem Vertrag zweckgebunden für eine Kirchenheizung, elektrische Glockengeläute und zum Bau eines Kreuzweges vom Fuße des Erbig zur Obernauer Kapelle an die Kirchenverwaltung Schweinheim aus. Die Verfügbarkeit des Kapitals für eine spätere Wiederaufführung des Passionsspieles war vertraglich gesichert.

Sieben Mühlen gab es einmal in Schweinheim. Vier davon lagen in Unterschweinheim, das auch das Tal der Mühlen genannt wurde. Der Hensbach hatte alle Mühlräder zum Drehen gebracht. Heute gibt es kein Rad mehr, das der Bach antreiben könnte. Im Sommer nach einem Gewitterregen füllt er zwar oft noch den Bachgraben aus, in dem er sonst so leise dahinplätschert, doch kein Mühlwehr bremst ihn mehr.

Der Erbig (285m ü.M.) ist unser Schweinheimer "Hausberg". Der etwas niedrigere Nebengipfel ist der "Sternberg" (258 m ü.M.). Von dort eröffnet sich ein grandioser Rundumblick über das Maintal, Aschaffenburg und Schweinheim. Bei klarer Sicht kann man von hier sogar die Frankfurter Skyline am Horizont sehen. Bei einem Spaziergang um den Erbig lassen sich einige besondere Orte entdecken, deren Geschichte mal mehr und mal weniger bekannt ist. Wir möchten Euch auf eine kleine Entdeckungstour mitnehmen.

Der Aschaffenburger Dichter Willalbert Schramm hat 1953 über den Bischberg geschrieben:
"Fast 60 Jahre werden es heuer sein, seit ich ihn das erste Mal bestieg, meinen Lieblingsberg an der Straße nach Obernau. Er kam mir vor wie ein Riese, auf dem Rücken liegend, die Beine hochgezogen, wenn ich Knirps an sonnigen Tagen mühsam an diesen hinaufkletterte. Sein Scheitel, mit Hasel- und Schlehenbüschen bewachsen, war das ideale Gelände für Räuber- und Indianerspiele mit gleichgesinnten Kameraden.

Um das Jahr 1770 wurde die Amtsvogtei gegründet. Der Vogt war der Vollzugsbeamte des Grundherren, in unserem Fall des Erz- und Fürstbischofs von Mainz. Der Vogt übte im Namen des Grundherren die Justiz- und Polizeigewalt aus über die Grundholden, d.h. die hörigen Bauern, welche den Grund und Boden zu bewirtschaften hatten.

Zur Amtsvogtei Schweinheim gehörten:
Dörrmorsbach, Dettingen, Ebersbach, Gailbach, Glattbach, Goldbach, Grünmorsbach, Haibach, Hösbach, Kleinostheim, Keilberg, Obernau, Mainaschaff, Oberbessenbach, Stockstadt, Straßbessenbach, Leider und Winzenhohl.

Wo und wann die ersten Traubenstöcke in unserem Heimatgebiet gepflanzt wurden, lässt sich nicht mehr feststellen. Fast alle Hügel entlang des Maines waren mit Reben bepflanzt. Besonders in der Gegend von Obernburg wo sich die Römer festgesetzt hatten, die allem Anschein nach den Weinbau aus Italien mitgebracht hatten, waren Weinberge bis in die Spessarttäler hinein angelegt worden.

Wenn man von Schweinheim aus die Bischbergstraße entlang geht, so kommt man zum Bischberg, der diesem Verbindungsweg zwischen Schweinheim und Obernau seinen Namen gibt.

Links und rechts des Weges liegen sauber bestellte Felder, landwirtschaftlich genutztes Gebiet, das Eigentum Schweinheimer Bürger ist. Auf halber Strecke kreuzt ein Weg der von der Unterhainstraße kommt und zum Sternberg führt. Dieser Weg trägt als alte Flurbezeichnung übrigens den Namen "Stuffelshohle".

In Schweinheim gab es früher 7 Mühlen. Die erste von unten herauf war die Eckertsmühle, die auch Anderlohrsche Mühle genannt wurde. Um 1750 trug sie den Namen "Centgrafische Mühle". Wenn wir nach Zeugen der Vergangenheit suchen, lesen wir an einem verfallenen Keller oberhalb des Weges die Jahreszahl 1569. An einem Stein des Wohnhauses 1608 HB.

Der "Erbig" (285 ü.M.) und der etwas niedrigere Nebengipfel "Sternberg" (258 m ü.M.) sind die letzten Ausläufer des Spessart vor dem Übergang in die Mainebene. Von hier aus eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf den Spessart und die Stadt Aschaffenburg. Der Blick reicht über Frankfurt hinaus in die Höhen des Taunus und in südlicher Richtung bis weit in das Maintal Richtung Miltenberg. Seit mehr als 50 Jahren grüßen drei mächtige Holzkreuze von der Höhe des "Sternberg" herab. Welche Geschichte haben die "Drei Kreuze" wie sie allgemein genannt werden?

von Lenz Maier, New York

Vun unne, ouwe, hinne vorn,
Vum Stengerts un vom Molkeborn,
Un aach en mancher Mondscheinnacht,
Hou unser Schwoije ich betracht.

Im Jahre 1931 führte der Gesellschaftsklub "Fidelio" erstmals die sogenannten "Spessarter Passionsspiele" auf. Bereits 1932 wurde die Aufführung wiederholt. Als Dank für das gute Gelingen reifte der Gedanke, ein Holzkreuz zu errichten. Nach größeren Debatten und der Zustimmung der Gemeinde Schweinheim, der das Gelände gehörte, einigte man sich schließlich auf den Platz am Fuße des Erbig.

Im Jahre 1146 kam es in Mainz zu einer großen Judenverfolgung. Die Juden flüchteten damals in die Provinz und vor allem in das nahe gelegene und ruhigere Aschaffenburg. Eine jüdische Synagoge in Aschaffenburg ist ab dem Jahre 1385 belegbar. Der Judenfriedhof tritt urkundlich erstmals im Jahre 1453 in Erscheinung. Auf Schweinheimer Gemarkung liegend, obwohl in Schweinheim selbst keine Juden wohnten, diente der Judenfriedhof als zentrale Begräbnisstätte für die Juden des Aschaffenburger Gebietes.