> Historie/Heimat 





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Frühlingserwachen
Drei Kreuze


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Fotos:    Philipp Väth


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Schweinheim im Schnee


Bildergalerien vom 25.11. und 30.12.2005:

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Fotos:    Philipp Väth


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Schweinheim und Umgebung


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"Unser Schwoije"

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Erbig - Sternberg - Judenberg - Bischberg - Maintal

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Der Judenfriedhof in Schweinheim



Im Jahre 1146 kam es in Mainz zu einer großen Judenverfolgung. Die Juden flüchteten damals in die Provinz und vor allem in das nahe gelegene und ruhigere Aschaffenburg. Eine jüdische Synagoge in Aschaffenburg ist ab dem Jahre 1385 belegbar. Der Judenfriedhof tritt urkundlich erstmals im Jahre 1453 in Erscheinung.

Auf Schweinheimer Gemarkung liegend, obwohl in Schweinheim selbst keine Juden wohnten, diente der Judenfriedhof als zentrale Begräbnisstätte für die Juden des Aschaffenburger Gebietes. Größere jüdische Gemeinden befanden sich z.B. in Aschaffenburg, Großostheim und Goldbach. Ferner sind zu erwähnen Obernau, Kleinostheim, Hörstein und Alzenau.

Da nach jüdischem Glauben Verstorbene ein ewiges Ruherecht haben und deshalb Gräber nicht mehrfach belegt werden, wurde der Friedhof mehrmals erweitert, zuletzt im Jahre 1885 auf die jetzige Größe von etwa 1 ha.

Schon im Jahre 1715 wurde die bis dahin offene Begräbnisstätte wegen Grabschändungen mit einer festen Mauer umgeben, die man nach weiteren Vorfällen - so richteten im Jahre 1773 Schüler aus Aschaffenburg schreckliche Schäden an - auf eine Höhe von 2 m aufstockte. Grabschändungen setzten sich leider bis in die jüngere Vergangenheit fort. Die jüngsten waren in den Jahren 1980 und 1983 zu verzeichnen.

Die letzten Beerdigungen fanden im Jahre 1942 statt. Damals wurden die sieben noch verbliebenen Juden aus Aschaffenburg, die sich am 07. September 1942 durch ihren Freitod der bevorstehenden Deportation in ein Konzentrationslager entzogen hatten, entsprechend ihrem letzten Willen, nämlich auf dem Friedhof hoch über der Stadt endlich Ruhe zu finden, beigesetzt. Wie man an den Steinen auf den Grabmalen - die Besucher legen sie traditionsgemäß statt des bei Juden unüblichen Blumenschmucks dort hin - sehen kann, kommen noch heute Angehörige aus dem Ausland hierher, um Ihrer verstorbenen Vorfahren zu gedenken.


Verfasser:     Eberhard Väth


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Quellen:     Robert Stürmer: Der Judenfriedhof in Schweinheim`, Vortrag vom 28.01.1996




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Das "Fidelio - Ehrenmal"


Im Jahre 1931 führte der Gesellschaftsklub "Fidelio" erstmals die sogenannten "Spessarter Passionsspiele" auf. Bereits 1932 wurde die Aufführung wiederholt. Als Dank für das gute Gelingen reifte der Gedanke, ein Holzkreuz zu errichten. Nach größeren Debatten und der Zustimmung der Gemeinde Schweinheim, der das Gelände gehörte, einigte man sich schließlich auf den Platz am Fuße des Erbig. In der Karwoche des Jahres 1933 stellten die "Fidelio" - Mitglieder das Kreuz, das die Inschrift "Ex voto Passionsspiele 31/32" trägt, auf und am 07. Mai 1933 wurde es bei einer Prozession zur "Obernauer Kapelle" feierlich eingeweiht. Den Korpus - gestiftet von einem Schweinheimer Bürger zum Gedächtnis an seine beiden gefallenen Söhne - brachte Pfarrer Umenhof aus seinem Urlaub in den Bergen mit. Nachdem der Zahn der Zeit insbesondere dem Christuskorpus stark zugesetzt hatte, wurde dieser im Jahre 1990 erneuert. Gleichzeitig setzte man auch das Dach über dem Kreuz instand.

Nach dem 2. Weltkrieg erweiterte man die Anlage zu einem Ehrenmal für die Verstorbenen und Gefallenen des Vereins. Hierzu stellte man einen Gedenkstein auf, der am 07. Oktober 1951 nach einem Gedächtnisgottesdienst in der Pfarrkirche "Maria Geburt" am Passionskreuz enthüllt und eingeweiht wurde. Seitdem - das heißt seit 50 Jahren - treffen sich die Mitglieder des Gesellschaftsklub "Fidelio" alljährlich am dritten Sonntag im Oktober am Ehrenmal um ihrer Toten zu gedenken.


Verfasser: Eberhard Väth

Foto: Eberhard Väth

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Quellen:

Adolf Klotzky:     Das Fidelio-Ehrenmal, "FIDELIO aktuell Dezember 1990

Robert Stürmer:     Passionskreuz und Fidelio-Ehrenmal, "FIDELIO aktuell" Sonderausgabe Juni 1993


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Die "Drei Kreuze" auf dem "Sternberg"

Der "Erbig" (285 ü.M.) und der etwas niedrigere Nebengipfel "Sternberg" (258 m ü.M.) sind die letzten Ausläufer des Spessart vor dem Übergang in die Mainebene. Von hier aus eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf den Spessart und die Stadt Aschaffenburg. Der Blick reicht über Frankfurt hinaus in die Höhen des Taunus und in südlicher Richtung bis weit in das Maintal Richtung Miltenberg.

Seit mehr als 50 Jahren grüßen drei mächtige Holzkreuze von der Höhe des "Sternberg" herab. Welche Geschichte haben die "Drei Kreuze" wie sie allgemein genannt werden?


Die Wurzeln reichen bereits in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg zurück. In den Jahren 1931, 1932 und 1934 führte der Gesellschaftsklub "Fidelio" - ein zum "Spessartbund" gehörender Wanderverein, dessen Interessen von Anfang an auch dem Theaterspiel gegolten hatten - in Schweinheim, einer damals noch selbstständigen Gemeinde vor den Toren Aschaffenburgs, die sogenannten "Spessarter Passionspiele" auf. Die Vorstellungen wurden jeweils von mehreren zehntausend Zuschauern besucht und verschafften sowohl "Fidelio"` als auch Schweinheim überregionale Bedeutung.


In der Nachkriegszeit knüpfte "Fidelio" an diese Tradition an. Angeregt durch einen Besuch in Oberammergau beschlossen die Mitglieder im Sommer 1948 ein weithin sichtbares Holzkreuz zur Erinnerung an die früheren Passionsspiele zu errichten. Mit dem Handbeil wurde Lärchenholz für das Kreuz zugerichtet, dann transportierte man die Balken mit einem Pferdefuhrwerk auf den "Erbig". Am 14. September 1948 richteten die "Fidelio" - Mitglieder das Kreuz auf. Doch noch während der Arbeiten erschien den Männern das Kreuz doch recht einsam und so entschieden sie kurzerhand, links und rechts jeweils ein weiteres Kreuz aufzustellen. Im nahen Erbigwald wurden Fichten geschlagen, hergerichtet und zusammengenagelt und man war erst zufrieden, als die drei sieben bzw. acht Meter hohen Kreuze auf dem "Erbig" standen.

Am 29. September 1948 versammelten sich die stolzen Mitglieder von "Fidelio" zusammen mit den Abordnungen der eingeladenen Ortsvereine und zogen auf den "Erbig", wo Pfarrer Umenhof während eines Feldgottesdienstes den "Drei Kreuzen" den kirchlichen Segen erteilte. Als weithin sichtbares Zeugnis zur Erinnerung an die "Spessarter Passionsspiele", ein Mahnmal für die Opfer der beiden Weltkriege und als Zeichen des Dankes, dass Schweinheim die schweren Kämpfe in der Karwoche des Jahre 1945 gut überstanden habe, bezeichnete der Ortsgeistliche dabei die "Drei Kreuze".


In der Nacht vom 07. auf den 08. April 1973 sägten unbekannte Täter eines der "Drei Kreuze" um. Mit großem Arbeitseinsatz wurden am 06. Oktober 1973 alle drei Kreuze erneuert. Tatkräftige Unterstützung erhielten die "Fidelio" - Mitglieder dabei von Soldaten einer in Aschaffenburg stationierten US-amerikanischen Pioniereinheit, die mit schwerem Gerät, darunter einem Kran, zum Einsatz kamen.


Groß waren Schrecken und Zorn als keine zwei Jahre später, in der Nacht vom 23. auf den 24. November 1975, erneut eines der Kreuze einem "Dummejungenstreich" zum Opfer fiel. Diesmal wurden die Täter gefasst und verurteilt. Am 18. Juni 1977 richteten 20 Fidelio" -Mitglieder - wiederum unterstützt von amerikanischen Pionieren - das Kreuz wieder auf.


Mehr als zwei Jahrzehnte standen die Kreuze sodann unbehelligt auf dem "Sternberg" bis am 24. September 1999 wieder eines der Kreuze umgesägt wurde. Da bei einer Untersuchung der stehen gebliebenen Kreuze auch Zweifel an deren Standfestigkeit zu Tage traten, nahm man dies zum Anlass, alle drei Kreuze zu ersetzen. Geänderte Sicherheitsanforderungen - so musste eigens für die Kreuze eine Statik angefertigt werden - trieben sowohl die Kosten für die Fundamentierung, als auch für die Kreuze selbst, beträchtlich in die Höhe. Durch Unterstützung zahlreicher Sponsoren wurde jedoch auch dieses Problem gemeistert und seit 30. Oktober 2000 blicken die "Drei Kreuze" - zwischenzeitlich ein Wahrzeichen von Schweinheim - wieder auf den zu ihren Füßen liegenden Ortsteil herab.

Am Freitag, den 15. Dezember 2000 wurden die "Drei Kreuze" in Anwesenheit von weit mehr als 100 interessierten Vereinsmitgliedern und Mitbürgern offiziell der Bevölkerung übergeben. Die Begrüßungsworte sprach Oberbürgermeister Klaus Herzog und die Segnung nahmen Pfarrer Galler von der evangelischen Kirchengemeinde "St. Matthäus` und Pfarrer Heßberger (katholische Pfarrei "St. Gertrud") vor. Umrahmt wurde die Feier vom Mandolinenorchester und der Gesangsgruppe des Gesellschaftsklub "Fidelio".


     Verfasser:     Adolf Klotzky

          Eberhard Väth

Foto:       Philipp Väth

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